Als der Abend übers Schlachtfeld wehte Waren die Feinde geschlagen. Klingend die Telegrafendrähte Haben die Kunde hinausgetragen.
Da schwoll am einen Ende der Welt Ein Heulen, das am Himmelsgewölbe zerschellt’ Ein Schrei, der aus rasenden Mündern quoll Und wahnsinnstrunken zum Himmel schwoll. Tausend Lippen wurden vom Fluchen blass Tausend Hände ballten sich wild im Hass.
Und am andern Ende der Welt Ein Jauchzen am Himmelsgewölbe zerschellt Ein Jubeln, ein Toben, ein Rasen der Lust Ein freies Aufatmen und Recken der Brust. Tausend Lippen wühlten im alten Gebet. Tausend Hände falteten fromm sich und stet.
In derselben Nacht noch spät Sangen die Telegraphendräht’ Von den Toten, die auf dem Schlachtfeld geblieben. Siehe, da ward es still bei Freunden und Feinden.
Moderne Legende
OdpovedaťOdstrániťB. Brecht 1914
Als der Abend übers Schlachtfeld wehte
Waren die Feinde geschlagen.
Klingend die Telegrafendrähte
Haben die Kunde hinausgetragen.
Da schwoll am einen Ende der Welt
Ein Heulen, das am Himmelsgewölbe zerschellt’
Ein Schrei, der aus rasenden Mündern quoll
Und wahnsinnstrunken zum Himmel schwoll.
Tausend Lippen wurden vom Fluchen blass
Tausend Hände ballten sich wild im Hass.
Und am andern Ende der Welt
Ein Jauchzen am Himmelsgewölbe zerschellt
Ein Jubeln, ein Toben, ein Rasen der Lust
Ein freies Aufatmen und Recken der Brust.
Tausend Lippen wühlten im alten Gebet.
Tausend Hände falteten fromm sich und stet.
In derselben Nacht noch spät
Sangen die Telegraphendräht’
Von den Toten, die auf dem Schlachtfeld geblieben.
Siehe, da ward es still bei Freunden und Feinden.
Nur die Mütter weinten
Hüben - und drüben.